Hypochondrie / Krankheitsangst

Hypochondrie / Krankheitsangst - Dr. Eva Brunegger - Praktische Ärztin Graz-Seiersberg 8054
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Wenn die Angst vor Krankheit krank macht.

Du hast einen leichten Druck im Brustkorb gespürt – und sofort schießt der Gedanke „Herzinfarkt" durch den Kopf. Du tastest einen kleinen Knoten und bist überzeugt, es muss Krebs sein. Du googelst stundenlang Symptome, vereinbarst Arzttermin nach Arzttermin – und obwohl alle Befunde unauffällig sind, kommt die Angst nach kurzer Zeit zurück.

Wenn dir das vertraut vorkommt, hast du wahrscheinlich mit einer Krankheitsangst (oft noch „Hypochondrie" genannt) zu tun. Sie ist sehr viel häufiger, als die meisten denken – und sie ist sehr gut behandelbar.

Was Krankheitsangst ausmacht

Im Zentrum steht die anhaltende, übermäßige Sorge, ernsthaft krank zu sein – obwohl medizinische Untersuchungen unauffällig sind. Typisch sind:
  • intensives Beobachten des eigenen Körpers (Puls fühlen, Haut absuchen, Lymphknoten tasten)
  • ständiges „Googeln" von Symptomen (oft als „Cyberchondrie" bezeichnet)
  • viele Arztbesuche, oft bei verschiedenen Fachärzt:innen, mit dem Wunsch nach Bestätigung
  • kurze Erleichterung nach unauffälligen Befunden – dann kehrt die Angst zurück
  • Vermeidung bestimmter Themen, Arztbesuche oder Filme, die Angst auslösen könnten
  • Rückversicherung bei Familie und Freund:innen („Schau mal, ist das normal?")
Manche Menschen pendeln zwischen zu viel Arztkontakt (alle Symptome sofort abklären) und zu wenig (aus Angst vor einer schlechten Diagnose Untersuchungen meiden). Beides ist Ausdruck derselben Krankheitsangst.


Warum es so anstrengend ist


Krankheitsangst raubt unglaublich viel Lebensenergie. Der Körper steht unter ständiger Anspannung – was wiederum echte körperliche Symptome erzeugt: Herzklopfen, Schwindel, Verspannungen, Magenbeschwerden. Diese Symptome werden dann wieder als Beweis für eine ernste Erkrankung interpretiert. Ein Teufelskreis aus Angst, Körperbeobachtung und neuen Symptomen entsteht.

Hinzu kommt oft Scham: Viele Betroffene wissen, dass ihre Sorgen aus Sicht der Außenwelt „übertrieben" wirken – und ziehen sich zurück oder reden mit niemandem darüber. Das verstärkt die Belastung zusätzlich.

Krankheitsangst ist nicht eingebildet

Wichtig: Die körperlichen Symptome, die du spürst, sind real. Sie sind nicht „eingebildet". Sie sind Ausdruck der Anspannung, die deine Angst erzeugt. Genau da setzt die Therapie an.

Wie ich dich begleite

Ich arbeite nach dem biopsychosozialen Modell – Körper, Psyche und Lebensumstände gemeinsam betrachtet. Mein Ansatz ist pragmatisch und lösungsorientiert: zuerst Symptomlinderung, damit du wieder Luft bekommst – dann Arbeit an den dahinterliegenden Mustern.

In der Therapie kombiniere ich:

  • ärztliche Gespräche, Psychoedukation und – wenn sinnvoll – medikamentöse Unterstützung
  • Methoden aus Verhaltenstherapie, ACT (Akzeptanz- und Commitment-Therapie) und Schematherapie
  • konkrete Werkzeuge, um den Teufelskreis aus Körperbeobachtung, Googeln und Rückversicherung zu unterbrechen
  • Atem-, Entspannungs- und Achtsamkeitstechniken, um die körperliche Daueranspannung zu reduzieren
  • Arbeit an inneren Glaubenssätzen wie „Ich muss alles unter Kontrolle haben" oder „Nur wenn ich genau aufpasse, bin ich sicher"
  • ein neuer, gesunder Umgang mit Symptomen, Untersuchungen und Unsicherheit
Dass ich selbst Ärztin bin, ist bei diesem Thema oft besonders hilfreich: Ich kann körperliche Beschwerden medizinisch einordnen, Befunde verständlich besprechen und gleichzeitig die psychische Ebene mitbehandeln. Die laufende fachärztliche Abklärung bleibt aber bei deinem Hausarzt oder der entsprechenden Fachärzt:in – eine gute Zusammenarbeit ist mir dabei wichtig.


Mein Therapieprogramm: Das Ich-Projekt


Speziell für Menschen mit Angststörungen einschließlich Krankheitsangst habe ich „Das Ich-Projekt" entwickelt – ein telemedizinisches Therapieprogramm, das Medizin und Verhaltenstherapie verbindet und seit 2021 durch Telemed Austria zertifiziert ist. In drei Phasen über mindestens 6 Monate begleite ich dich von der Stabilisierung bis zu einem dauerhaft gesunden Umgang mit deinem Körper und der Angst vor Krankheit.

Wenn du dich in den beschriebenen Mustern wiedererkennst – melde dich gerne. Der Einstieg ist immer ein Beratungsgespräch, in dem wir gemeinsam schauen, was zu dir passt.
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