Generalisierte Angststörung
Anders als bei einer Panikstörung oder einer Phobie gibt es bei der generalisierten Angststörung (GAS) keinen klaren Auslöser, keinen Ort, der gemieden werden müsste, und oft auch keine plötzlichen Attacken. Stattdessen ist da ein dauerhafter Hintergrund aus Sorgen, innerer Unruhe und Anspannung – über Wochen, Monate, manchmal Jahre.
Die Sorgen drehen sich um ganz alltägliche Themen: Gesundheit der Familie, finanzielle Sicherheit, beruflicher Erfolg, kleine Entscheidungen, kommende Termine. Betroffene wissen oft selbst, dass die Sorgen übertrieben sind – können sie aber nicht abstellen.
Typische Symptome
Die generalisierte Angststörung zeigt sich auf mehreren Ebenen:
- gedanklich: ständiges Grübeln, „Was wäre wenn...", Sorgen um Sorgen, Schwarzmalerei, Schwierigkeit, sich zu konzentrieren
- körperlich: innere Unruhe, Anspannung, Verspannungen (Nacken, Kiefer, Schultern), Schlafstörungen, Erschöpfung, Magen-Darm-Beschwerden, Zittern, Herzklopfen
- emotional: ständiges Gefühl von „auf der Hut sein", Reizbarkeit, das Gefühl, nie wirklich entspannen zu können
Warum die GAS so belastend ist
Weil es keinen klaren „Auslöser" gibt, fühlt sich die Angst an wie ein Grundrauschen, dem man nicht entkommt. Viele Betroffene laufen jahrelang von einer Untersuchung zur nächsten – wegen Schlafstörungen, Magenproblemen, Erschöpfung – ohne dass die eigentliche Ursache erkannt wird.
Hinzu kommt: Sorgen werden oft als „verantwortungsvoll" oder „vorausschauend" erlebt. Man hat das Gefühl, durch das Sorgen Kontrolle zu behalten – tatsächlich aber wachsen die Anspannung und das Erschöpfungsgefühl immer weiter.
Häufig betroffen: Menschen mit hoher Verantwortung
In meiner Praxis sehe ich die GAS besonders häufig bei Menschen, die viel Verantwortung tragen: Selbstständige, Führungskräfte, Eltern, Menschen in helfenden Berufen. Wer gewohnt ist, vorauszudenken und „alles im Blick zu haben", entwickelt leichter dieses ständige innere Sorgen.
Wie ich dich begleite
Ich arbeite nach dem biopsychosozialen Modell – Körper, Psyche und Lebensumstände gemeinsam betrachtet. Mein Ansatz ist pragmatisch und lösungsorientiert: zuerst Symptomlinderung, damit du wieder zur Ruhe kommst – dann Arbeit an den dahinterliegenden Mustern.
In der Therapie kombiniere ich:
- ärztliche Gespräche, Psychoedukation und – wenn sinnvoll – medikamentöse Unterstützung
- Methoden aus Verhaltenstherapie, ACT (Akzeptanz- und Commitment-Therapie) und Schematherapie
- konkrete Werkzeuge gegen das Grübeln und für mehr innere Ruhe
- Atem-, Entspannungs- und Achtsamkeitstechniken
- Arbeit an inneren Antreibern wie „Ich muss alles unter Kontrolle haben" oder „Wenn ich aufhöre zu sorgen, passiert etwas Schlimmes"
- Schlafhygiene und Strategien gegen die körperliche Daueranspannung
Ein zentraler Schritt ist das Verstehen: Wenn du erkennst, was Sorgen mit deinem Nervensystem machen und warum dein Gehirn in dieser Schleife festsitzt, verlieren die Sorgen schon viel von ihrer Macht.
Mein Therapieprogramm: Das Ich-Projekt
Speziell für Menschen mit Angststörungen einschließlich generalisierter Angst habe ich „Das Ich-Projekt" entwickelt – ein telemedizinisches Therapieprogramm, das Medizin und Verhaltenstherapie verbindet und seit 2021 durch Telemed Austria zertifiziert ist. In drei Phasen über mindestens 6 Monate begleite ich dich von der Stabilisierung bis zu einem dauerhaft gesunden Umgang mit Sorgen und Anspannung.
Wenn du dich in den beschriebenen Mustern wiedererkennst – melde dich gerne. Der Einstieg ist immer ein Beratungsgespräch, in dem wir gemeinsam schauen, was zu dir passt.